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Gefiltert nach Dr. Martin Schlatter Filter zurücksetzen

Aktienkorrekturen sind gesund

Heftige Korrektur im Nasdaq 100: Gut so!

Der Ausverkauf der höchstkapitalisierten Technologietitel von Anfang September hat dem Nasdaq 100 Index einen Tagesverlust von 5.2% beschert und den weniger technologielastigen S&P 500 Index ebenfalls um 3.5% sinken lassen.

Ist das nun das Ende der Börsenrally?

Wir glauben nicht, aber es ist immer gesund, wenn allzu euphorische Anleger ohne ausreichendes Risikobewusstsein durch die normative Kraft des Faktischen auf den Boden der (Anlage-) Realität zurückgeholt werden.

In den letzten Monaten haben sich in den USA die Aktien-Rendite von ein paar wenigen grosskapitalisierten Titeln vom restlichen Markt komplett entkoppelt. Über die letzten vier Monate hat der amerikanische Markt (MSCI USA) rund 22% Rendite erzielt. Für die Hälfte dieser 22%, die einer Zunahme der Marktkapitalisierung von sagenhaften USD 5’682 Mrd. entsprechen, sind lediglich 10 Firmen verantwortlich. Insbesondere die Unternehmen Apple, Amazon, Microsoft, Tesla, Facebook und Alphabet (Google) haben massgeblich zu dieser wunderbaren Geldvermehrung beigetragen.

Aktienkorrekturen sind gesund

Mit (Anlage-) Style durch die Krise

"No Style works all the Time", aber "Some style is always in Fashion"

Unsere bevorzugte Vorgehensweise in der Vermögensverwaltung besteht in der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir versuchen, so objektiv und Fakten basiert wie möglich, die Erfolgswahrscheinlichkeit unserer Anlagetätigkeit für die Kunden zu optimieren. Dabei ist der wichtigste Erfolgsfaktor im Management von Aktienvermögen das Faktor-Investing (auch "style investing" genannt).

Wie verhalten sich eigentlich faktorbasierte Anlagestrategien während Markteinbrüchen, wie wir sie zuletzt im März gesehen haben? Respektive wie könnte ein Portfolio positioniert sein, damit es von einer Erholung möglichst profitieren kann.

Die amerikanische Analysefirma Style Analytics hat dazu eine detaillierte Studie verfasst. Dazu haben sie die drei letzten grossen globalen  Markteinbrüche (Black Monday 1987, Platzen der Tech Bubble, Globale Finanzkrise "GFC") analysiert und dabei festgestellt, dass die aktuelle Krise mit der Globalen Finanzkrise die höchsten Korrelationen bezüglich der Faktorrenditen aufweist. Allerdings war die Zeitdauer der Finanzkrise viel länger als der aktuelle Einbruch seit Covid-19, welcher jüngst die globale Wirtschaft lahmgelegt hat. Während der Globalen Finanzkrise hat der US Markt in 16 Monaten rund 50% verloren, in der aktuellen Krise hat der S&P 500 vom 19. Februar bis zum 23 März rund 34% verloren. Aktuell (Ende April 20) haben wir von den Tiefständen wieder 25% zugelegt. Die Daten für Europa oder die Schwellenmärkte sehen ähnlich aus. Für die weitere Diskussion konzentrieren wir uns auf Europa.

Die Style Analyse der vergangenen Markteinbrüchen und der Covid Krise bis zum Tiefpunkt im März zeigt, dass typische Substanz ("Value") und Rendite-Faktoren ("Yield"), farblich hellblau und dunkelblau, eine deutliche Minderperformance aufweisen, während die Faktoren mit Fokus auf tiefer Volatilität ("low vol") und Bilanzqualität ("quality"), in den Farben rot und violett, eine Outperformance aufweisen.

Mit (Anlage-) Style durch die Krise

Aktiengewinnentwicklung Europa im Vgl. zu USA

Sektorgewichte und Gewinnentwicklung in USA und Europa

Die Jahresresultate von Apple, Microsoft oder Amazon haben die Investoren positiv überrascht und die guten Resultate wurden auch umgehend mit neuen Höchstkursen quittiert. Nicht nur diese Aushängeschilder der US Technologiefirmen eilen von Rekord zu Rekord, auch der ganze US Aktienmarkt freut sich über neue Höchstwerte der Indizes wie zum Beispiel dem S&P 500 oder dem MSCI USA.

Die Bewertung der Aktienmärkte wird zu einem grossen Teil von den erwirtschafteten Erträgen der Firmen getrieben. Daher lohnt es sich, diese genau anzuschauen. In den folgenden Graphiken haben wir die prozentualen Anteile der verschiedenen Sektoren am gesamten Gewinn der Firmen über die letzten 12 Monate des MSCI USA und dem MSCI Europa ausgerechnet. Diesen vergleichen wir mit dem Gewicht des entsprechenden Sektors im Index.

Aktiengewinnentwicklung Europa im Vgl. zu USA

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