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Gefiltert nach Dr. Martin Schlatter Filter zurücksetzen

Aktiengewinnentwicklung Europa im Vgl. zu USA

Sektorgewichte und Gewinnentwicklung in USA und Europa

Die Jahresresultate von Apple, Microsoft oder Amazon haben die Investoren positiv überrascht und die guten Resultate wurden auch umgehend mit neuen Höchstkursen quittiert. Nicht nur diese Aushängeschilder der US Technologiefirmen eilen von Rekord zu Rekord, auch der ganze US Aktienmarkt freut sich über neue Höchstwerte der Indizes wie zum Beispiel dem S&P 500 oder dem MSCI USA.

Die Bewertung der Aktienmärkte wird zu einem grossen Teil von den erwirtschafteten Erträgen der Firmen getrieben. Daher lohnt es sich, diese genau anzuschauen. In den folgenden Graphiken haben wir die prozentualen Anteile der verschiedenen Sektoren am gesamten Gewinn der Firmen über die letzten 12 Monate des MSCI USA und dem MSCI Europa ausgerechnet. Diesen vergleichen wir mit dem Gewicht des entsprechenden Sektors im Index.

Aktiengewinnentwicklung Europa im Vgl. zu USA

Aktien Europa weiterhin attraktiv

Aufwärtsrevisionen der Gewinnschätzungen in Europa

 

Die Finanz und Wirtschaft hat in der Samstagausgabe vom 24. Juni ein paar Kurzinterviews zur aktuellen Marktsituation publiziert. Meinen Beitrag zu europäischen Aktien möchte ich hier zitieren:

 

Der Absturz des Citi Economic Surprise Index USA zeige, dass die US-Wirtschaftsdaten seit Mitte April die Erwartungen sehr oft verfehlen, erläutert Martin Schlatter. In Europa entwickle sich dagegen vieles sehr positiv. Wenn die Analysten die Gewinnschätzungen für die europäischen Unternehmen überarbeiten, werden in rund 50% der Fälle Revisionen nach oben vorgenommen. Das ist ein historisch hoher Wert (vgl. auch Grafik). Wenn der Himmel wolkenlos sei, müssten sich zyklische Titel eindeutig besser entwickeln als defensive, sagt Schlatter. «Dem ist nicht eindeutig so.» Grundsätzlich laufen Zykliker aber gut. Bei Swiss Rock Asset Management hat man denn auch festgestellt, dass das Interesse der Investoren für Industrie- und Bauwerte deutlich höher ist als vor einem Jahr. Schlatter sagt, solche Titel seien in den Swiss-Rock-Portfolios zurzeit übergewichtet, in Erwartung, dass sie von einem Wachstumsschub in Europa profitieren werden. Zu den bevorzugten Anlagen gehören Kardex, Bobst oder Carlo Gavazzi aus dem Industriesektor sowie Sika und Forbo aus dem Bausektor. Schlatter findet auch Gefallen an den Luxusgüteraktien wie Richemont und Swatch Group, zumal deren Bewertung nicht übertrieben hoch sei. Aufgefallen ist ihm, dass Titel mit hohen Dividendenrenditen, die als Ersatz für Anleihen gelten können, schlechter laufen. Er sieht es als ein erstes Anzeichen, dass der Markt mit Zinserhöhungen rechnet, und meidet diese Titel.


Aktien Europa mit deutlichem Aufholpotential

Attraktive Bewertung Aktien Europa

Die unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung zwischen den USA und Europa seit der Finanzkrise hat auch auf den beiden Aktienmärkten deutliche Spuren hinterlassen. So sind die europäischen Aktien im Vergleich zu den amerikanischen Aktien so billig wie sie es seit den letzten 20 Jahren nicht mehr waren. Betrachtet  man das Preis / Buchwert Verhältnis (ein typisches Kriterium für die Werthaltigkeit einer Unternehmung), so stellt man fest, dass Europas Bewertung (rote Linie) deutlich mehr als eine Standardabweichung (unterste blau gestrichelte Linie) unter dem langjährigen Durchschnittswert (mittlere blaue Linie) liegt.

Allerdings hat das Preis/Buchwert Verhältnis seit der Finanzkrise an Bedeutung eingebüsst, als die Investoren realisierten, dass der Buchwert für viele Firmen aus dem Finanzsektor einer Überprüfung nicht standgehalten hat. Daher verwenden wir bei Swiss Rock lieber das Verhältnis von Unternehmenswert (Marktwert der Fima und Schulden) zum Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), um die Werthaltigkeit einer Firma zu beurteilen. Auch dieses Verhältnis zeigt im langfristigen Vergleich einen deutlichen Bewertungsvorteil zugunsten Europas.

Diese kurze Analyse zeigt, dass in Europa seit Januar 2016 die Kurse im Vergleich zu den Gewinnen deutlich weniger stark gestiegen sind als in den USA. Anders formuliert: Europa hat deutliches Aufholpotential.


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