BLOG

Elchtest für Finanzplanung

Werden die Aktienstände – auch nach der aktuellen Erholung – weiter sinken? Vielleicht, aber Sie sollten Ihre Investitionen trotzdem in Ruhe lassen.

Wenig verwunderlich hält sich das Corona Virus an keine Landesgrenzen. Dies war ein brutaler Weckruf für die Kapitalmarktteilnehmer in den letzten Tagen. Aufgrund der raschen Ausbreitung des Virus und der verständlichen Spekulationen über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit sind die Finanzmärkte in einen freien Fall geraten. Ein solcher Einbruch ist keineswegs ungewöhnlich, bleiben Sie also ruhig.

Die kurzfristige Situation mag noch so im Wandel begriffen sein; dies sollte weder die langfristigen finanziellen Ziele noch Ihre Strategie verändern. Der jüngste Einbruch an den Aktienmärkten ist die offensichtliche Reaktion der Investoren auf das Coronavirus. 

Für gut beratene Anleger sollten kurzfristige Schwankungen keinen Unterschied in Ihrer Anlagestrategie machen. Wenn die Anlageziele die gleichen sind wie in der vergangenen Woche, dann sollte auch Ihr Portfolio gleichbleiben.

Hier unser Rat an alle, die bei ihren Investitionen in Panik geraten.

1. Atmen Sie durch

Es ist nie klug, Entscheidungen - finanziell oder anderweitig - aus einem Impuls heraus zu treffen. Mir sind Anleger bekannt, die im ersten Quartal 2003, buchstäblich auf dem Markttiefpunkt der TMT-Krise, ihre Investments verkauft haben. Einen ungeschickteren Verkaufszeitpunkt gibt es wohl nicht. Kein Grund, dass Sie das sind.

Aktuell wissen wir zu wenig über das Coronavirus. Wir wissen nicht, wie weit es sich ausbreiten wird oder welchen potenziellen Tribut es an Menschenleben fordern wird.

Der Aktien-Ausverkauf ist impulsiv, weil er eine Reaktion auf das Unbekannte ist. Derartige Ängste sind in der Geschichte der Menschheit kaum eine Seltenheit und im Hirn in der Amygdala (Mandelkernkomplex), zuständig für die Furchtkonditionierung, fest verankert. Deshalb sind wir immer wieder anfällig für emotionale Überreaktionen.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich von der aktuellen Hysterie zurückzuziehen und über Ihre Anlagestrategie nachzudenken.

2. Fragen Sie sich, weshalb Sie überhaupt investiert sind

Geht es um Ihre (vorzeitige) Pensionierung? Sind Sie daran, verpasste Spargelegenheiten nachzuholen? Sparen Sie im Hinblick auf eine größere Investition?

Hat sich eines Ihrer Ziele aufgrund des jüngsten, Coronaviren bedingten, Markteinbruchs geändert? Wahrscheinlich nicht. Ganz gleich, was aktuell passiert: Sie sollten Ihre finanzielle Zukunft proaktiv planen und Ihre derzeitigen Maßnahmen müssen mit Ihren langfristigen Zielen übereinstimmen.

Wie jede andere Krise, mit der die Menschheit und die Finanzmärkte konfrontiert sind, werden das Coronavirus und die von ihm verursachte Marktreaktion eines Tages in die Geschichtsbücher eingehen.

In der Zwischenzeit ist es wichtig, dass Sie Ihre ursprünglichen Anlageziele und -strategien überprüfen. Wenn Sie nicht gerade etwas tun, das mit diesen Plänen nicht vereinbar ist, sollte es keinen Grund geben, radikale Maßnahmen zu ergreifen.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Ereignisse allein zu verarbeiten, bringen Sie professionelle Hilfe ins Spiel. Genauso wie ein Patient vor der Operation mit seinem Arzt zusammenkommt, könnte es eine gute Idee sein, sich mit einem Anlageexperten zu treffen und ein ehrliches Gespräch darüber zu führen, wo Sie auf dem Weg zu Ihren finanziellen Zielen stehen.

3. Messbare Maßnahmen ergreifen

Einer der besten Wege, um wieder ein Gefühl der Kontrolle zu erlangen, ist, etwas zu unternehmen. Man muss auch nichts Radikales tun. Manchmal reichen schon kleine Schritte, um Ihre bestehende Anlagestrategie zu untermauern, um das Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn die Umstände außer Kontrolle zu geraten scheinen.

Wenn Ihre Portfoliomischung vor dem Ausverkauf für Sie sinnvoll war, hat sich daran wahrscheinlich nichts geändert, also halten Sie sie intakt. Sprechen Sie mit Ihrem Anlageexperten, wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Anlagestrategie noch etwas verbessert werden muss, aber ansonsten - lassen Sie die Sache auf sich beruhen.

4. Ausatmen

Das Investieren und Verwalten Ihrer finanziellen Zukunft erfordert viel Geduld und sorgfältige Arbeit, aber es sollte auch Spaß machen. Nachdem Sie eine umfassende Überprüfung vorgenommen haben, ist es an der Zeit, den Atem auszulassen und die Dinge im Leben zu genießen, die Ihnen wichtig sind. 

So beunruhigend dies alles zu sein scheint, so ist es doch völlig normal, dass der Aktienmarkt steigt und fällt - und darauf müssen wir alle vorbereitet sein, sowohl emotional als auch finanziell.

Planen Sie Ihre derzeitige langfristige Anlagestrategie beizubehalten. Nehmen Sie einige kleine Änderungen in Ihrem Portfolio vor, die Ihnen helfen, ein Gefühl der Kontrolle zu erlangen, wenn es sein muss. Abgesehen davon gibt es nichts, was Sie jetzt tun müssen, was Sie nicht schon vor ein paar Wochen getan haben.

Neuer Kommentar

Hier finden Sie unsere Datenschutzhinweise.

0 Kommentare