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Schwellenländer Aktien im 2021

Die wirtschaftlichen, währungs-, rohstoff- und handelspolitischen Veränderungen, die die globalen Aktienmarkttrends seit 2018 bestimmt haben, ändern sich rasch und dürften die Schwellenländer auch im laufenden Jahr gegenüber den entwickelten Märkten begünstigen. Da die Wirtschaft nun von der frühen Erholungsphase in die Expansionsphase übergeht, wird es wahrscheinlich zu einer breiteren Streuung der Marktrenditen kommen.

Die Rohstoffmärkte scheinen ein positives Szenario für Aktien aus Schwellenländern im Vergleich zu Aktien aus Industrieländern zu unterstützen. Die Performance des MSCI Emerging Markets (EM) im Vergleich zum MSCI Welt Index folgt eng den Bewegungen des Bloomberg Industrial Metals Subindex (BCOMIN). Der BCOMIN Index steigt seit April 2020 stark an. Das günstige technische Umfeld für Industriemetalle dürfte die relative Aktienkursentwicklung der Schwellenländer Europas, des Nahen Ostens und Lateinamerikas, welche stark mit den Industriemetallpreisen korreliert sind, unterstützen.

Folgende Grafik zeigt den relativen Performanceverlauf von Schwellenländeraktien (MXEF) ggü. Industrienationen (MXWO), des Indexanbieters MSCI, im Vergleich zum Bloomberg Index der Industriemetalle (BCOMIN):

Schwellenländer Aktien im 2021

Beauty is in the eye of the beholder

Sind Aktien hoch oder tief bewertet?

Die Finanzmärkte spiegeln die Erwartungen der Anleger an die Zukunft wider; daher ist es kaum überraschend, dass sie im Jahr 2020 chaotisch waren. Der Wiederanstieg risikoreicher Vermögenswerte inmitten einer fragilen Wirtschaftslage wirft die Frage auf, ob sich bei bestimmten Vermögenswerten Blasen gebildet haben oder ob das Auf und Ab durch sich schnell verändernde fundamentale Faktoren erklärt werden kann.

Selbst in einem Jahr als die Gewinne einbrachen, verdienten die Anleger im Referenzindex der globalen Leitbörse S&P 500 18.4%, mehr als das Doppelte der typischen Rendite der letzten 20 Jahre. Auch der Schweizer Aktienmarkt (SPI) beendet das Jahr mit einem Plus von 3.82% bei einer gleichzeitigen Aufwertung des Schweizerfrankens gegenüber dem USD von mehr als 9%.

Grafik 1: Shiller CAPE

Beauty is in the eye of the beholder

Risiko Rally im November

Quelle: Bloomberg

Der SPI stieg im November um 8.41%, die beste November Performance seit der Index berechnet wird und die höchste Monatsperformance seit dem Ende der Finanzkrise (Juni 2009). Der SPI blieb damit hinter dem MSCI Welt Index von 11.45% in Schweizerfranken zurück. Der grösste Teil der Performance wurde in den ersten Tagen erreicht, als sowohl Pfizer/Biontec wie auch Moderna wirksame Impfstoffe gegen Covid-19 vermelden konnten. Zusätzlich beflügelt wurden die Aktienmärkte durch den Ausgang der US-Wahlen, dem Sieg von Joe Biden und dem Ausbleiben der Hegemonie der Demokraten in Washington.

In der Schweiz schnitten die «Value»-Sektoren Finanzen (+21.78%) und Industriewerte (+10.87%) zusammen mit den zyklischen Konsumgütern (+27.52%) am besten ab, während die defensiven Sektoren Basiskonsumgüter (-1.36%), Versorger (1.64%) und Gesundheitswesen (7.38%) am schlechtesten abschnitten.

Value hatte den besten Monat seit langer Zeit. Gleichzeitig verzeichneten alle anderen Stilrichtungen mit Ausnahme von kleinkapitalisierten Werten («Size») Verluste, wobei Momentum, «Low Risik» und Wachstum am meisten gelitten haben.

Die nachstehende Graphik zeigt die Querschnittsstreuung («Dispersion») der Erträge für die grössten 100 Titel des Swiss Performance Index SPI. Diese wird als einfache, ungewichtete Standardabweichung der monatlichen Renditen der relevanten Aktien berechnet ("trimmed" bei 1%).

Risiko Rally im November