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Risiken von "Low Risk" Strategien

Low Risk ist nicht No Risk

Die Ankündigung anfangs November, dass die ersten Impfstoffe erfolgreich von den Gesundheitsbehörden getestet und zugelassen wurden, in Kombination mit weiteren grossen Stimulus Paketen, hat an den Märkten eine heftige Sektor- und Style-Rotation ausgelöst. Diese Rotation ist ein deutliches Zeichen, dass die Märkte nach Q2 2021 ein klar anziehendes Wirtschaftswachstum erwarten.

Wie hat sich diese Rotation auf die verschiedenen Investment-Styles ausgewirkt? Die untenstehenden Grafiken zeigen auf täglicher Basis die Renditeentwicklung verschiedener von Swiss Rock gerechneter Styles. Dabei werden jeweils die besten 5% der Titel aus dem nordamerikanischen Aktienuniversum selektiert und gleichgewichtet zu einem Portfolio zusammengestellt.

Die erste Grafik deckt den Zeitraum von Ende 2019 bis Ende September 2020 ab. Klar zu erkennen ist die Dominanz der grosskapitalisierten Titel, da der kapitalisierungsgewichtete MSCI Nordamerika Index (braun gestrichelt) den gleichgewichteten Index (blau gestrichelt) deutlich geschlagen hat.

Gut abgeschnitten haben die Anlagestile Wachstum ("Growth") und Momentum, während der klare Verlierer Substanz ("Value") auch rasch gefunden wird. Im Mittelfeld befindet sich die "Low-Risk" Strategie, die auf Titel mit tiefen Risiken setzt. Während der Krise bis Mitte März war dies die beste Strategie.

Risiken von "Low Risk" Strategien

Beauty is in the eye of the beholder

Sind Aktien hoch oder tief bewertet?

Die Finanzmärkte spiegeln die Erwartungen der Anleger an die Zukunft wider; daher ist es kaum überraschend, dass sie im Jahr 2020 chaotisch waren. Der Wiederanstieg risikoreicher Vermögenswerte inmitten einer fragilen Wirtschaftslage wirft die Frage auf, ob sich bei bestimmten Vermögenswerten Blasen gebildet haben oder ob das Auf und Ab durch sich schnell verändernde fundamentale Faktoren erklärt werden kann.

Selbst in einem Jahr als die Gewinne einbrachen, verdienten die Anleger im Referenzindex der globalen Leitbörse S&P 500 18.4%, mehr als das Doppelte der typischen Rendite der letzten 20 Jahre. Auch der Schweizer Aktienmarkt (SPI) beendet das Jahr mit einem Plus von 3.82% bei einer gleichzeitigen Aufwertung des Schweizerfrankens gegenüber dem USD von mehr als 9%.

Grafik 1: Shiller CAPE

Beauty is in the eye of the beholder

Multifaktorielle Aktienmarktprognose 2021

Anfang 2020 haben wir zum ersten Mal über unser Aktien Mehrfaktoren-Modell für Länder/Regionen und dessen Aktienmarktprognosen berichtet. Die faktorbasierte Methode rangiert Länder bzw. Regionen nach Ihrer Attraktivität. Dabei kommen die Kriterien Preis-Momentum, Bewertung, Gewinn-Wachstum und Qualität zum Einsatz. Die Summe dieser Bewertungen bestimmt die Rangreihenfolge. Das Modell erlaubt damit eine Prognose über die erwartete relative Rendite der Märkte in den nächsten 12 Monaten.

Ein Jahr nach der ersten Prognose können wir die Modellperformance im Rückblick, sogenannt «out-of-sample», evaluieren. Im letzten Jahr erzielte das Modell gute Ergebnisse. Die durchschnittliche Jahresrendite in CHF der drei aus Modellsicht attraktiven Regionen (Schwellenländer, Schweiz, Nordamerika) betrug nämlich 7.1%, während die drei aus Modellsicht unattraktiven Regionen (Japan, Europa ex UK, UK) im Durchschnitt -3.8% verzeichneten. Unser Modell konnte einen klaren Mehrwert generieren. Dies in einem Jahr, in welchem systematische Vorgehensweisen (sogenannte quantitative Modelle) teilweise grosse Mühe bekundeten.

An dieser Stelle sei selbstverständlich der übliche Hinweis angebracht, dass die vergangene Performance des Modells keine Garantie für die zukünftige Performance ist. Wie jedes Modell, hat auch unser Ländermodell einen erheblichen Schätzfehler.

Basierend auf Daten von Ende 2020 interessiert uns natürlich die in die nähere Zukunft gerichtete Betrachtung der Modellvorhersage für 2021:

Multifaktorielle Aktienmarktprognose 2021