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Schwellenländer sind günstig; sind sie schon günstig genug?

Schwellenländeraktien sind sehr attraktiv bewertet

Die im Februar 2018 begonnene und sich im April beschleunigte Rallye des Dollars hat sich im 2018 wie eine Abrissbirne durch die Schwellenländer geschlagen und ein Bild der Zerstörung hinterlassen. Die Krisen in Argentinien und der Türkei wurde dadurch ausgelöst und viele ausländische Investoren ergriffen die Flucht.

Der Abwärtsdruck nahm zusätzlich zu, als der chinesische Yuan abwertete, was in der Folge zu schwachen Aktienmärkten in Asien führte. Volkswirtschaften wie Indien und Indonesien litten unter den weltweit gestiegenen Ölpreisen und dem USD doppelt.

Vieles hängt von der zukünftigen Entwicklung des US Dollars ab. Die Wirtschaft in Amerika zeigt Zeichen einer Verlangsamung und die Kommentare des Fed lassen erahnen, dass der Zyklus der Zinserhöhungen nach weiteren 25 oder 50 Basispunkten zu Ende gehen könnte. Es ist problemlos vorstellbar, dass das US-Fed, sollten die Ängste der Marktteilnehmer wieder aufflammen, mit weiteren Zinserhöhungen pausiert.

Die unmittelbare Sorge der Schwellenländer, die in der Regel stärker exportabhängig sind als die Industrienationen, sind die Folgen eines Handelskrieges.

Schwellenländer sind günstig; sind sie schon günstig genug?

Handelszwist USA - China

Handelskrieg der Sparer: Economics 101

Der Handelskrieg der USA mit dem Rest der Welt, aber insbesondere mit seinen grössten Handelspartnern China und der europäischen Union, macht täglich neue Schlagzeilen. Aus anfänglichen Beschuldigungen aller Seiten hat sich ein ernsthafter Konflikt entwickelt. Im Gegensatz zu den Aussagen der US Regierung konstatieren namhafte Ökonomen wie Stephen Roach (ehem. Chefökonom von Morgan Stanley, lehrt heute in Yale), dass die Probleme der USA durch neue Bedingungen des internationalen Handels nicht zu beseitigen sind. Sie sind weitgehend das Ergebnis makroökonomischer Ungleichgewichte, von denen beide Seiten betroffen sind: China spart zu viel und die USA zu wenig. Diese Sparunterschiede führen zu multilateralen Handelsungleichgewichten, die nicht durch bilaterale Anstrengungen ausgeglichen werden können.

Handelszwist USA - China

Jubiläum 30 Jahre Swiss Market Index SMI

30 Jahre SMI - Zeit für einen Boxenstopp

Vor 30 Jahren publizierte die damalige Vereinigung Schweizer Effektenbörsen den Swiss Market Index (SMI) zum ersten Mal. Die SIX feiert das Jubiläum des nach ihren Worten bedeutendsten Schweizer Aktienindex und eröffnet gleichzeitig im Schweizer Finanzmuseum eine Sonderausstellung.

Grund genug für uns den SMI und seine Verwendung kritisch zu betrachten. Im Artikel «Zur Entwicklung des neuen Swiss Market Index (SMI) als Grundlage für schweizerische Indexkontrakte» haben Ricardo Cordero, Heinz Zimmermann und der Autor dieses Blogs die Vorgehensweise im Rahmen der Produktentwicklung, welche für die damalige SOFFEX durchgeführt wurde, genau beschrieben. Aufgrund dieser Analyse hat die SOFFEX beschlossen, einen kapitalisierungsgewichteten 24er-Index als Grundlage für die Indexprodukte zu verwenden und diesen als Swiss Market Index (SMI) zu bezeichnen.

Die Lancierung des SMI-Index war eine Erfolgsgeschichte: Neben der Abbildung der 24 Aktien diente der Index insbesondere auch als Basiswert für Derivate, was es allen Marktteilnehmern ermöglichte, mit geringen Geld-Brief Spannen Futures Kontrakte zu handeln. Parallel dazu dient der SMI-Index auch als Referenzgrösse für aktives und indexbasiertes Anlegen.

Im Laufe der Zeit wurde der Begriff SMI für den Schweizer Aktienmarkt mit Standardwerten oder «Large Cap» Aktien gleichgesetzt. Viele institutionelle Anleger waren und sind der Meinung, dass in den so definierten Standardwerten mit aktivem Portfoliomanagement keine Mehrperformance erzielt werden kann und beschränk(t)en sich auf die kostengünstige Indexreplikation. Vergleicht man die Gesamt-Performance des SMI (inkl. Reinvestition der Dividenden) mit jener aller anderen Aktien (SPIExtra), welche insgesamt den Schweizer Aktienmarkt abbilden (SPI-Index), so zeigt sich ein düsteres Bild. Der aktuell gefeierte SMI-Index erreichte in den letzten 20 Jahren eine annualisierte Performance von 3.10% im Vergleich zu 8.3% für den SPI Extra. Eine erdrückende Differenz. 

Index
(immer inkl. Dividenden)
Preisänderung
in %
Gesamt-
Performance in %
Ertrag
p.a. in %
SMI: Swiss Market Index10.4682.553.05
SPI: Swiss Performance Index110.71110.713.79
SPIex: Swiss Perf. Index Extra394.60394.608.31
UBS 100 Index105.99105.993.68

 

Jubiläum 30 Jahre Swiss Market Index SMI

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