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Risiko Rally im November

Quelle: Bloomberg

Der SPI stieg im November um 8.41%, die beste November Performance seit der Index berechnet wird und die höchste Monatsperformance seit dem Ende der Finanzkrise (Juni 2009). Der SPI blieb damit hinter dem MSCI Welt Index von 11.45% in Schweizerfranken zurück. Der grösste Teil der Performance wurde in den ersten Tagen erreicht, als sowohl Pfizer/Biontec wie auch Moderna wirksame Impfstoffe gegen Covid-19 vermelden konnten. Zusätzlich beflügelt wurden die Aktienmärkte durch den Ausgang der US-Wahlen, dem Sieg von Joe Biden und dem Ausbleiben der Hegemonie der Demokraten in Washington.

In der Schweiz schnitten die «Value»-Sektoren Finanzen (+21.78%) und Industriewerte (+10.87%) zusammen mit den zyklischen Konsumgütern (+27.52%) am besten ab, während die defensiven Sektoren Basiskonsumgüter (-1.36%), Versorger (1.64%) und Gesundheitswesen (7.38%) am schlechtesten abschnitten.

Value hatte den besten Monat seit langer Zeit. Gleichzeitig verzeichneten alle anderen Stilrichtungen mit Ausnahme von kleinkapitalisierten Werten («Size») Verluste, wobei Momentum, «Low Risik» und Wachstum am meisten gelitten haben.

Die nachstehende Graphik zeigt die Querschnittsstreuung («Dispersion») der Erträge für die grössten 100 Titel des Swiss Performance Index SPI. Diese wird als einfache, ungewichtete Standardabweichung der monatlichen Renditen der relevanten Aktien berechnet ("trimmed" bei 1%).

Risiko Rally im November

Zombie-Bonds

Seit einigen Monaten werden an den Kapitalmärkten die vertrauten Fallen Angels (siehe dazu unseren Blog vom 12. Nov.) von den furchterregenderen Zombies aus den Schlagzeilen verdrängt. Zombie-Firmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht sterben können. Ein Siechtum charakterisiert dadurch, dass im operativen Geschäft kaum Gewinne erwirtschaftet werden und trotzdem die Refinanzierung der Schulden an den Kapitalmärkten immer wieder gelingt. Aktuelle Studien der BIZ und OECD belegen, dass vor allem die tiefen Zinsen das Wachstum dieser Untoten begünstigen. Im Durchschnitt - über die USA, Europa, Japan und Australien - hat sich der Anteil an Zombies seit 1986 verdoppelt . Die Zombie-Bonds sind unter uns.

Die Identifikation von Zombie-Anleihen ist einfach nachvollziehbar. Die Definition lautet: Wenn über eine oder mehrere Perioden der betriebliche Ertrag unter den Zinskosten liegt, dann spricht man von einem Zombie-Bond.

Jüngst hat Bloomberg die Firmen im "Russell 3‘000 Index" der grössten US-Firmenanleihen analysiert. Die Anzahl der als Zombies klassifzierten Firmen hat sich seit Jahresbeginn von 335 auf 527 Firmen erhöht, was ausstehenden Schulden von 378 Mrd. bzw. 1‘360 Mrd. entspricht. Damit liegt der prozentuale Schuldner-Anteil mit Zombie-Charakteristiek bald bei 20%. Eine Grössenordung, die auch von anderen Studien mit leicht abweichenden Kriterien weitgehend bestätigt wird. Die Spannweite reicht von grossen, etablierten "Investment Grade (AAA-BBB)" Schuldnern wie Boeing oder General Electric, (Zombies seit 2016), bis zu kleineren Firmen im "High Yield" Segment. Ein Blick auf die betroffenen Firmen zeigt, dass weder die Entwicklung des Aktienpreises noch das Kreditratings zur Identifikation von Zombies brauchbare Indikatoren sind.

Die folgende Grafik zeigt den Anstieg der Zombies (d.h. Firmen, deren Gewinne geringer sind als die Schuldzinsen, seit mindestens 3 Jahren).

Zombie-Bonds

Schwellenländeraktien (EMMA) oder Asien+ ?

Skeptiker sprechen oft davon, dass Investitionen in Schwellenländer nichts weiter als eine Asien-Plus-Strategie seien, da Asien 80% des Index ausmacht. Wie allzu oft im medialen Finanz-Diskurs sind Meinungen schnell geäussert; über die Substanz des Inhalts ist damit überhaupt nichts gesagt. Ja, der Anteil von Asien ist überduchschnittlich hoch. Dennoch: wir sind überzeugt und zeigen im Folgenden, dass Investitionen in alle Schwellenländer deutlich interessanter sind, als Asien alleine.

In einem ersten Schritt vergleichen wir die kumulierte Performance der drei Hauptregionen des MSCI Emerging Markets Index. Es sind dies «Emerging Asia», Lateinamerika und EMEA (Emerging Europe, Middle East and Africa).

Schwellenländeraktien (EMMA) oder Asien+ ?