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Aktien Europa mit deutlichem Aufholpotential

Attraktive Bewertung Aktien Europa

Die unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung zwischen den USA und Europa seit der Finanzkrise hat auch auf den beiden Aktienmärkten deutliche Spuren hinterlassen. So sind die europäischen Aktien im Vergleich zu den amerikanischen Aktien so billig wie sie es seit den letzten 20 Jahren nicht mehr waren. Betrachtet  man das Preis / Buchwert Verhältnis (ein typisches Kriterium für die Werthaltigkeit einer Unternehmung), so stellt man fest, dass Europas Bewertung (rote Linie) deutlich mehr als eine Standardabweichung (unterste blau gestrichelte Linie) unter dem langjährigen Durchschnittswert (mittlere blaue Linie) liegt.

Allerdings hat das Preis/Buchwert Verhältnis seit der Finanzkrise an Bedeutung eingebüsst, als die Investoren realisierten, dass der Buchwert für viele Firmen aus dem Finanzsektor einer Überprüfung nicht standgehalten hat. Daher verwenden wir bei Swiss Rock lieber das Verhältnis von Unternehmenswert (Marktwert der Fima und Schulden) zum Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), um die Werthaltigkeit einer Firma zu beurteilen. Auch dieses Verhältnis zeigt im langfristigen Vergleich einen deutlichen Bewertungsvorteil zugunsten Europas.

Diese kurze Analyse zeigt, dass in Europa seit Januar 2016 die Kurse im Vergleich zu den Gewinnen deutlich weniger stark gestiegen sind als in den USA. Anders formuliert: Europa hat deutliches Aufholpotential.


Unsicherheit beeinflusst US-Wachstum

Unsicherheit beeinflusst US-Wachstum

Die Unsicherheit über die zukünftige Wirtschaftspolitik der Administration Trump kann zu einem relevanten Faktor für das zukünftige Wirtschaftswachstum der USA  werden. Während die Administration Obama und auch jene von George W. Bush jeweils im Februar nach ihrer Wahl ihren Wirtschaftsplan vorlegten, ist von Seiten Trumps immer noch nichts Verwertbares zu hören.

Sowohl das Federal Open Market Committee wie auch der IMF haben verschiedentlich darauf hingewiesen, dass Ungewissheit über die Steuer-, Regulierungs- und Geldpolitik das Wirtschaftswachstum massgeblich verlangsamen.

Die Graphik zeigt den Zusammenhang zwischen politischer Unsicherheit (Quelle: Baker, Bloom und Davis, „Daily news-based Economic uncertainty Index“, inverse Skala) und der Veränderung des Wirtschaftswachstums, ausgedrückt als Abweichung vom Trend. Dieser Index (grüne Kurve) misst die politische Unsicherheit anhand der Häufigkeit gewisser Wörter in hunderten von US Publikationen und wird seit 1985 erfasst.  Die rote Linie ist die Abweichung des vierteljährlichen realen Wachstums des Bruttosozialproduktes der USA vom Trendwachstum. Der Zusammenhang ist augenscheinlich.

Wenn die neue US Administration keinen austarierten und finanzierbaren Wirtschaftsplan vorlegt, kann sich das US Wachstum in den nächsten Monaten verlangsamen. Die Euphorie um Trump und sein wirtschaftliches Impulsprogramm würde dann verfliegen und die anzunehmenden 2-3 Zinsschritte wären nicht mehr realistisch.


Einkommensungleichheit USA

50% der US-Bevölkerung partizipiert nicht am Wachstum

Das Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert", englisch "Capital in the Twenty First Century", von Thomas Piketty, hat vor zwei Jahren eine enorme Flut von redaktionellen Stellungnahmen erzeugt. Gemäss Piketty besteht der Haupttreiber der Ungleichheit darin, dass Gewinne aus Kapital höher seien als die ökonomischen Wachstumsraten. Dies führt zu höherer Ungleichheit in immer extremeren Formen, gefährdet den sozialen Frieden und unterminiert die Werte der Demokratie.

Unabhängig davon, ob man die Therapie Pikettys - sehr hohe Vermögenssteuern - teilt oder nicht (wie bspw. der Dekan Greg Mankiw der ökonomischen Fakultät von Harvard), kommt man in der ökonomischen Anamnese nicht umhin, eine hohe Einkommensungleichheit zu konstatieren.

Wie eine neue Arbeit von Piketty, Saez und Zucman zeigt, haben 50% der US-Amerikaner in den letzten 40 Jahren keine Einkommensfortschritte erzielt.

 

 

Die Grafik zeigt eindrücklich, dass das ökonomische Wachstum der USA für den Durchschnittsamerikaner (grüne Linie, 'average') von 30'000 USD auf über 60'000 USD gewachsen ist. Der Einzelne kann vom Durchschnitt nach oben und unten mehr oder weniger deutlich abweichen. Bedenkenswert ist die Situation für die unteren 50% der Bevölkerung ('bottom' 50%). Unabhängig davon, ob das Pro-Kopf-Einkommen Vor-Steuern ('pre-tax') oder Nach-Steuern ('post-tax'), also inklusive staatliche Transferzahlungen, betrachtet wird: die Hälfte der US-Amerikaner nimmt am steigenden Wohlstand nicht oder kaum teil.

Wie die Autoren ermittelt haben, gehen die staatlichen Transferzahlungen an den älteren Teil der Bevölkerung sowie an die Mittelklasse. Über eine ganze Generation hinweg hat der arbeitende Teil der unteren 50% der Bevölkerung keinerlei finanzielle Fortschritte gemacht. Das verfügbare Nachsteuereinkommen stagniert seit Jahrzehnten bei USD 16'000.-

 

 

Wer profitiert?

Was die unteren 50% der Bevölkerung nicht erhalten geht an die obersten 1% der US-Bevölkerung.

Der neue US-Präsident hat von den unteren 50% der Bevölkerung viele Stimmen erhalten und Hoffnungen geweckt. Ob seine wirtschaftspolitischen Massnahmen erfolgreich sein werden, ist momentan schwierig einzuschätzen; an Kritik mangelt es nicht. Dass er erfolgreich ist, wäre den betroffenen Amerikanern auf alle Fälle zu wünschen.


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