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Aktienmarktprognose

Multifaktorielle Aktienprognose: Update

Vor gut vier Monaten haben wir über unser Länder/Regionen Aktien Mehrfaktoren-Modell und dessen Aktienmarktprognosen berichtet. Zur Erinnerung: Basierend auf einer faktorbasierten Methode bringt das Modell Länder bzw. Regionen in eine Rangreihenfolge. Dabei werden die Märkte anhand der Kriterien Preis-Momentum, Bewertung, Gewinn-Wachstum und Qualität bewertet. Die Summe dieser Bewertungen bestimmt die Rangreihenfolge. Das Modell erlaubt damit eine Prognose über die erwartete relative Performance der Märkte in den nächsten 12 Monaten.

Seit Anfang des Jahres ist einiges auf den Finanzmärkten passiert. Die Coronavirus-Krise hat die Märkte durchgeschüttelt. Natürlich kann ein faktorbasiertes Modell ein solches Ereignis nicht vorhersagen. Nichtsdestotrotz bedarf die neue Situation eine Neubetrachtung der Modellvorhersagen mit aktuelleren Daten. Dabei lohnt sich der Vergleich der aktuellen Prognose mit den Ergebnissen vor dem Ausbruch der Corona Pandemie.

Die folgende Tabelle zeigt unsere Modellergebnisse per Ende Dezember 2019 auf:

 

Die neuen Modellergebnisse per Ende April 2020 sind wie folgt:

 

Vier Monate nach unserer ersten Modellprognose zeigt sich bezüglich Marktattraktivität ein qualitativ ähnliches Bild. Die Schweiz und die Schwellenländer haben die Nase vorne. Die Schweiz schneidet bei allen Faktoren ausser bei dem Faktor Bewertung sehr gut ab. Weiter scheinen Schwellenländer aufgrund zwei Aspekten interessant. Zum einen sind Analysten der Meinung, dass Unternehmen aus den Schwellenländern mit relativ niedrigen Gewinneinbussen aus der aktuellen Krise herauskommen werden (Gewinn Wachstum Rang = 1).  Zum anderen sind Schwellenländer im Moment sehr attraktiv bewertet (Bewertung Rang = 2). Dies erklärt, weshalb diese gemäss Modell weiterhin attraktiv bleiben. Hingegen erscheint Europa weiterhin unattraktiv. Mit niedrigem Preis- und Gewinn Momentum und relativ schlechter Gewinnqualität landet Kontinentaleuropa neu auf den letzten Rang.

Unser Bewertungsmodell führt auch nach der Korrektur zu qualitativ ähnlichen Vorhersagen. Neben der Schweiz sind Schwellenländer im Vergleich zu anderen Märkten interessante Anlageopportunitäten.

An diese Stelle gehört auch der obligatorische Finanzverpackungshinweis "All models are wrong; but some models are useful" des Statistikers George Box:

Wie alle - die Komplexität der Welt vereinfachenden - Modelle, hat auch unser Faktormodell einen signifikanten Schätzfehler. Eine allfällige Modellperformance wird nur in der langen Frist erzielt.

Erst die Zukunft wird also zeigen, welche Märkte zu den Gewinnern und welche Märkte zu den Verlierern gehören werden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.


Mit (Anlage-) Style durch die Krise

"No Style works all the Time", aber "Some style is always in Fashion"

Unsere bevorzugte Vorgehensweise in der Vermögensverwaltung besteht in der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir versuchen, so objektiv und Fakten basiert wie möglich, die Erfolgswahrscheinlichkeit unserer Anlagetätigkeit für die Kunden zu optimieren. Dabei ist der wichtigste Erfolgsfaktor im Management von Aktienvermögen das Faktor-Investing (auch "style investing" genannt).

Wie verhalten sich eigentlich faktorbasierte Anlagestrategien während Markteinbrüchen, wie wir sie zuletzt im März gesehen haben? Respektive wie könnte ein Portfolio positioniert sein, damit es von einer Erholung möglichst profitieren kann.

Die amerikanische Analysefirma Style Analytics hat dazu eine detaillierte Studie verfasst. Dazu haben sie die drei letzten grossen globalen  Markteinbrüche (Black Monday 1987, Platzen der Tech Bubble, Globale Finanzkrise "GFC") analysiert und dabei festgestellt, dass die aktuelle Krise mit der Globalen Finanzkrise die höchsten Korrelationen bezüglich der Faktorrenditen aufweist. Allerdings war die Zeitdauer der Finanzkrise viel länger als der aktuelle Einbruch seit Covid-19, welcher jüngst die globale Wirtschaft lahmgelegt hat. Während der Globalen Finanzkrise hat der US Markt in 16 Monaten rund 50% verloren, in der aktuellen Krise hat der S&P 500 vom 19. Februar bis zum 23 März rund 34% verloren. Aktuell (Ende April 20) haben wir von den Tiefständen wieder 25% zugelegt. Die Daten für Europa oder die Schwellenmärkte sehen ähnlich aus. Für die weitere Diskussion konzentrieren wir uns auf Europa.

Die Style Analyse der vergangenen Markteinbrüchen und der Covid Krise bis zum Tiefpunkt im März zeigt, dass typische Substanz ("Value") und Rendite-Faktoren ("Yield"), farblich hellblau und dunkelblau, eine deutliche Minderperformance aufweisen, während die Faktoren mit Fokus auf tiefer Volatilität ("low vol") und Bilanzqualität ("quality"), in den Farben rot und violett, eine Outperformance aufweisen.

Mit (Anlage-) Style durch die Krise

Elchtest für Finanzplanung

Werden die Aktienstände – auch nach der aktuellen Erholung – weiter sinken? Vielleicht, aber Sie sollten Ihre Investitionen trotzdem in Ruhe lassen.

Wenig verwunderlich hält sich das Corona Virus an keine Landesgrenzen. Dies war ein brutaler Weckruf für die Kapitalmarktteilnehmer in den letzten Tagen. Aufgrund der raschen Ausbreitung des Virus und der verständlichen Spekulationen über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit sind die Finanzmärkte in einen freien Fall geraten. Ein solcher Einbruch ist keineswegs ungewöhnlich, bleiben Sie also ruhig.

Die kurzfristige Situation mag noch so im Wandel begriffen sein; dies sollte weder die langfristigen finanziellen Ziele noch Ihre Strategie verändern. Der jüngste Einbruch an den Aktienmärkten ist die offensichtliche Reaktion der Investoren auf das Coronavirus. 

Für gut beratene Anleger sollten kurzfristige Schwankungen keinen Unterschied in Ihrer Anlagestrategie machen. Wenn die Anlageziele die gleichen sind wie in der vergangenen Woche, dann sollte auch Ihr Portfolio gleichbleiben.

Hier unser Rat an alle, die bei ihren Investitionen in Panik geraten.

Elchtest für Finanzplanung

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