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Aktienkorrekturen sind gesund

Heftige Korrektur im Nasdaq 100: Gut so!

Der Ausverkauf der höchstkapitalisierten Technologietitel von Anfang September hat dem Nasdaq 100 Index einen Tagesverlust von 5.2% beschert und den weniger technologielastigen S&P 500 Index ebenfalls um 3.5% sinken lassen.

Ist das nun das Ende der Börsenrally?

Wir glauben nicht, aber es ist immer gesund, wenn allzu euphorische Anleger ohne ausreichendes Risikobewusstsein durch die normative Kraft des Faktischen auf den Boden der (Anlage-) Realität zurückgeholt werden.

In den letzten Monaten haben sich in den USA die Aktien-Rendite von ein paar wenigen grosskapitalisierten Titeln vom restlichen Markt komplett entkoppelt. Über die letzten vier Monate hat der amerikanische Markt (MSCI USA) rund 22% Rendite erzielt. Für die Hälfte dieser 22%, die einer Zunahme der Marktkapitalisierung von sagenhaften USD 5’682 Mrd. entsprechen, sind lediglich 10 Firmen verantwortlich. Insbesondere die Unternehmen Apple, Amazon, Microsoft, Tesla, Facebook und Alphabet (Google) haben massgeblich zu dieser wunderbaren Geldvermehrung beigetragen.

Aktienkorrekturen sind gesund

Aktienmarktprognose

Multifaktorielle Aktienprognose: Update

Vor gut vier Monaten haben wir über unser Länder/Regionen Aktien Mehrfaktoren-Modell und dessen Aktienmarktprognosen berichtet. Zur Erinnerung: Basierend auf einer faktorbasierten Methode bringt das Modell Länder bzw. Regionen in eine Rangreihenfolge. Dabei werden die Märkte anhand der Kriterien Preis-Momentum, Bewertung, Gewinn-Wachstum und Qualität bewertet. Die Summe dieser Bewertungen bestimmt die Rangreihenfolge. Das Modell erlaubt damit eine Prognose über die erwartete relative Performance der Märkte in den nächsten 12 Monaten.

Seit Anfang des Jahres ist einiges auf den Finanzmärkten passiert. Die Coronavirus-Krise hat die Märkte durchgeschüttelt. Natürlich kann ein faktorbasiertes Modell ein solches Ereignis nicht vorhersagen. Nichtsdestotrotz bedarf die neue Situation eine Neubetrachtung der Modellvorhersagen mit aktuelleren Daten. Dabei lohnt sich der Vergleich der aktuellen Prognose mit den Ergebnissen vor dem Ausbruch der Corona Pandemie.

Die folgende Tabelle zeigt unsere Modellergebnisse per Ende Dezember 2019 auf:

 

Die neuen Modellergebnisse per Ende April 2020 sind wie folgt:

 

Vier Monate nach unserer ersten Modellprognose zeigt sich bezüglich Marktattraktivität ein qualitativ ähnliches Bild. Die Schweiz und die Schwellenländer haben die Nase vorne. Die Schweiz schneidet bei allen Faktoren ausser bei dem Faktor Bewertung sehr gut ab. Weiter scheinen Schwellenländer aufgrund zwei Aspekten interessant. Zum einen sind Analysten der Meinung, dass Unternehmen aus den Schwellenländern mit relativ niedrigen Gewinneinbussen aus der aktuellen Krise herauskommen werden (Gewinn Wachstum Rang = 1).  Zum anderen sind Schwellenländer im Moment sehr attraktiv bewertet (Bewertung Rang = 2). Dies erklärt, weshalb diese gemäss Modell weiterhin attraktiv bleiben. Hingegen erscheint Europa weiterhin unattraktiv. Mit niedrigem Preis- und Gewinn Momentum und relativ schlechter Gewinnqualität landet Kontinentaleuropa neu auf den letzten Rang.

Unser Bewertungsmodell führt auch nach der Korrektur zu qualitativ ähnlichen Vorhersagen. Neben der Schweiz sind Schwellenländer im Vergleich zu anderen Märkten interessante Anlageopportunitäten.

An diese Stelle gehört auch der obligatorische Finanzverpackungshinweis "All models are wrong; but some models are useful" des Statistikers George Box:

Wie alle - die Komplexität der Welt vereinfachenden - Modelle, hat auch unser Faktormodell einen signifikanten Schätzfehler. Eine allfällige Modellperformance wird nur in der langen Frist erzielt.

Erst die Zukunft wird also zeigen, welche Märkte zu den Gewinnern und welche Märkte zu den Verlierern gehören werden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.


Mit (Anlage-) Style durch die Krise

"No Style works all the Time", aber "Some style is always in Fashion"

Unsere bevorzugte Vorgehensweise in der Vermögensverwaltung besteht in der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir versuchen, so objektiv und Fakten basiert wie möglich, die Erfolgswahrscheinlichkeit unserer Anlagetätigkeit für die Kunden zu optimieren. Dabei ist der wichtigste Erfolgsfaktor im Management von Aktienvermögen das Faktor-Investing (auch "style investing" genannt).

Wie verhalten sich eigentlich faktorbasierte Anlagestrategien während Markteinbrüchen, wie wir sie zuletzt im März gesehen haben? Respektive wie könnte ein Portfolio positioniert sein, damit es von einer Erholung möglichst profitieren kann.

Die amerikanische Analysefirma Style Analytics hat dazu eine detaillierte Studie verfasst. Dazu haben sie die drei letzten grossen globalen  Markteinbrüche (Black Monday 1987, Platzen der Tech Bubble, Globale Finanzkrise "GFC") analysiert und dabei festgestellt, dass die aktuelle Krise mit der Globalen Finanzkrise die höchsten Korrelationen bezüglich der Faktorrenditen aufweist. Allerdings war die Zeitdauer der Finanzkrise viel länger als der aktuelle Einbruch seit Covid-19, welcher jüngst die globale Wirtschaft lahmgelegt hat. Während der Globalen Finanzkrise hat der US Markt in 16 Monaten rund 50% verloren, in der aktuellen Krise hat der S&P 500 vom 19. Februar bis zum 23 März rund 34% verloren. Aktuell (Ende April 20) haben wir von den Tiefständen wieder 25% zugelegt. Die Daten für Europa oder die Schwellenmärkte sehen ähnlich aus. Für die weitere Diskussion konzentrieren wir uns auf Europa.

Die Style Analyse der vergangenen Markteinbrüchen und der Covid Krise bis zum Tiefpunkt im März zeigt, dass typische Substanz ("Value") und Rendite-Faktoren ("Yield"), farblich hellblau und dunkelblau, eine deutliche Minderperformance aufweisen, während die Faktoren mit Fokus auf tiefer Volatilität ("low vol") und Bilanzqualität ("quality"), in den Farben rot und violett, eine Outperformance aufweisen.

Mit (Anlage-) Style durch die Krise

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