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Jubiläum 30 Jahre Swiss Market Index SMI

30 Jahre SMI - Zeit für einen Boxenstopp

Vor 30 Jahren publizierte die damalige Vereinigung Schweizer Effektenbörsen den Swiss Market Index (SMI) zum ersten Mal. Die SIX feiert das Jubiläum des nach ihren Worten bedeutendsten Schweizer Aktienindex und eröffnet gleichzeitig im Schweizer Finanzmuseum eine Sonderausstellung.

Grund genug für uns den SMI und seine Verwendung kritisch zu betrachten. Im Artikel «Zur Entwicklung des neuen Swiss Market Index (SMI) als Grundlage für schweizerische Indexkontrakte» haben Ricardo Cordero, Heinz Zimmermann und der Autor dieses Blogs die Vorgehensweise im Rahmen der Produktentwicklung, welche für die damalige SOFFEX durchgeführt wurde, genau beschrieben. Aufgrund dieser Analyse hat die SOFFEX beschlossen, einen kapitalisierungsgewichteten 24er-Index als Grundlage für die Indexprodukte zu verwenden und diesen als Swiss Market Index (SMI) zu bezeichnen.

Die Lancierung des SMI-Index war eine Erfolgsgeschichte: Neben der Abbildung der 24 Aktien diente der Index insbesondere auch als Basiswert für Derivate, was es allen Marktteilnehmern ermöglichte, mit geringen Geld-Brief Spannen Futures Kontrakte zu handeln. Parallel dazu dient der SMI-Index auch als Referenzgrösse für aktives und indexbasiertes Anlegen.

Im Laufe der Zeit wurde der Begriff SMI für den Schweizer Aktienmarkt mit Standardwerten oder «Large Cap» Aktien gleichgesetzt. Viele institutionelle Anleger waren und sind der Meinung, dass in den so definierten Standardwerten mit aktivem Portfoliomanagement keine Mehrperformance erzielt werden kann und beschränk(t)en sich auf die kostengünstige Indexreplikation. Vergleicht man die Gesamt-Performance des SMI (inkl. Reinvestition der Dividenden) mit jener aller anderen Aktien (SPIExtra), welche insgesamt den Schweizer Aktienmarkt abbilden (SPI-Index), so zeigt sich ein düsteres Bild. Der aktuell gefeierte SMI-Index erreichte in den letzten 20 Jahren eine annualisierte Performance von 3.10% im Vergleich zu 8.3% für den SPI Extra. Eine erdrückende Differenz. 

Index
(immer inkl. Dividenden)
Preisänderung
in %
Gesamt-
Performance in %
Ertrag
p.a. in %
SMI: Swiss Market Index10.4682.553.05
SPI: Swiss Performance Index110.71110.713.79
SPIex: Swiss Perf. Index Extra394.60394.608.31
UBS 100 Index105.99105.993.68

 

 

Jubiläum 30 Jahre Swiss Market Index SMI

Restriktive Geldpolitik: Gegenwind für die Schwellenländer?

Zentralbankpolitik mit wenig Einfluss auf Schwellenländer

Die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan haben die Ausweitung der Geldmenge gestoppt. Daran besteht wenig Zweifel. Die zukünftige Straffung der Geldpolitik wird folgen. Das Tempo der Anpassungen ist aber ungewiss. Können die Märkte der Schwellenländer auch dann gedeihen, wenn sich die globalen monetären Bedingungen verschärften? Ist jetzt der richtige Moment, in die Schwellenmärkte zu investieren?

Es besteht kein Zweifel, dass die Zentralbanken nach 2008 in der Bekämpfung der Krise die kurzfristigen Zinsen aggressiv auf historische Tiefststände senkten. Weniger klar ist hingegen, welche Auswirkungen diese Massnahmen auf die globalen monetären Bedingungen hatte. Man könnte argumentieren, dass die geldpolitischen Bedingungen in der Phase nach der Finanzkrise restriktiver waren als vorher. Gemessen am globalen Geldmengenaggregat M3, wie es von der OECD erfasst wird, war das Geldmengenwachstum nach dem Ende der Krise von 2010 bis 2017 durchschnittlich 6.6% pro Jahr, verglichen mit einem annualisierten Wachstum von 12.5% zwischen 2000 und 2006.

Wo wurde all das Geld, welches nach der Finanzkrise von den Zentralbanken kreiert wurde investiert? So wichtig die Zentralbanken bei der Bestimmung der globalen monetären Rahmenbedingungen auch sein mögen, sie steuern nur „Reserve-Geld“. Es sind die Geschäftsbanken, welche die Kredite vergeben. Nach der Finanzkrise waren es die Geschäftsbanken, deren Kreditbücher massiv schrumpften. Zentralbanken haben nur die Lücke gefüllt, die von Geschäftsbanken geschaffen wurde. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich führt Statistiken zu den Auslandsforderungen (foreign claims) aller Geschäftsbanken (Quelle: BIS, Foreign claims - immediate counterparty basis -, by nationality of reporting bank).

Restriktive Geldpolitik: Gegenwind für die Schwellenländer?

Small Cap Effekt in der Schweiz

Ist der Small Cap Effekt in der Schweiz eine Chimäre?

Mit einer Mehrperformance von 65.12% in den letzten 5 Jahren (31.3.2013-31.3.2018) scheinen heimische Nebenwerte erneut eine weit bekannte Börsenerfahrung zu bestätigen, den Small Cap-Effekt.

In unserer Publikation Navigator vom Dezember 2016 «Gibt es den Small Cap-Effekt?» folgerten wir, dass über längere Zeiträume ein Small Cap-Effekt nur bei Titeln am untersten Rand der Börsenkapitalisierung zu beobachten ist. Im internationalen Vergleich sind dies relativ illiquide Micro Caps. Deshalb könnte die Small Cap-Prämie in der Schweiz vielleicht doch eher eine «Illiquiditätsprämie» sein.

Heute beschäftigen wir uns mit der Frage: woher kommt die Mehrperformance der Nebenwerte genau?

Die folgende Tabelle zeigt die Performance-Zerlegung des Aktienindex SPI Extra ggü. dem SMI. Diese Analyse wird im Finance Jargon als  Attributionsanalyse nach Brinson et al. (1985) bezeichnet. Die Vorgehensweise besteht darin, in alle Aktien des SPI Extra gemäss Indexgewichtung zu investieren und dieses Portfolio mit dem Swiss Market Index (SMI) als Benchmark zu vergleichen.

Small Cap Effekt in der Schweiz

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