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Schwellenländer sind günstig; sind sie schon günstig genug?

Schwellenländeraktien sind sehr attraktiv bewertet

Die im Februar 2018 begonnene und sich im April beschleunigte Rallye des Dollars hat sich im 2018 wie eine Abrissbirne durch die Schwellenländer geschlagen und ein Bild der Zerstörung hinterlassen. Die Krisen in Argentinien und der Türkei wurde dadurch ausgelöst und viele ausländische Investoren ergriffen die Flucht.

Der Abwärtsdruck nahm zusätzlich zu, als der chinesische Yuan abwertete, was in der Folge zu schwachen Aktienmärkten in Asien führte. Volkswirtschaften wie Indien und Indonesien litten unter den weltweit gestiegenen Ölpreisen und dem USD doppelt.

Vieles hängt von der zukünftigen Entwicklung des US Dollars ab. Die Wirtschaft in Amerika zeigt Zeichen einer Verlangsamung und die Kommentare des Fed lassen erahnen, dass der Zyklus der Zinserhöhungen nach weiteren 25 oder 50 Basispunkten zu Ende gehen könnte. Es ist problemlos vorstellbar, dass das US-Fed, sollten die Ängste der Marktteilnehmer wieder aufflammen, mit weiteren Zinserhöhungen pausiert.

Die unmittelbare Sorge der Schwellenländer, die in der Regel stärker exportabhängig sind als die Industrienationen, sind die Folgen eines Handelskrieges.

Schwellenländer sind günstig; sind sie schon günstig genug?

Jubiläum 30 Jahre Swiss Market Index SMI

30 Jahre SMI - Zeit für einen Boxenstopp

Vor 30 Jahren publizierte die damalige Vereinigung Schweizer Effektenbörsen den Swiss Market Index (SMI) zum ersten Mal. Die SIX feiert das Jubiläum des nach ihren Worten bedeutendsten Schweizer Aktienindex und eröffnet gleichzeitig im Schweizer Finanzmuseum eine Sonderausstellung.

Grund genug für uns den SMI und seine Verwendung kritisch zu betrachten. Im Artikel «Zur Entwicklung des neuen Swiss Market Index (SMI) als Grundlage für schweizerische Indexkontrakte» haben Ricardo Cordero, Heinz Zimmermann und der Autor dieses Blogs die Vorgehensweise im Rahmen der Produktentwicklung, welche für die damalige SOFFEX durchgeführt wurde, genau beschrieben. Aufgrund dieser Analyse hat die SOFFEX beschlossen, einen kapitalisierungsgewichteten 24er-Index als Grundlage für die Indexprodukte zu verwenden und diesen als Swiss Market Index (SMI) zu bezeichnen.

Die Lancierung des SMI-Index war eine Erfolgsgeschichte: Neben der Abbildung der 24 Aktien diente der Index insbesondere auch als Basiswert für Derivate, was es allen Marktteilnehmern ermöglichte, mit geringen Geld-Brief Spannen Futures Kontrakte zu handeln. Parallel dazu dient der SMI-Index auch als Referenzgrösse für aktives und indexbasiertes Anlegen.

Im Laufe der Zeit wurde der Begriff SMI für den Schweizer Aktienmarkt mit Standardwerten oder «Large Cap» Aktien gleichgesetzt. Viele institutionelle Anleger waren und sind der Meinung, dass in den so definierten Standardwerten mit aktivem Portfoliomanagement keine Mehrperformance erzielt werden kann und beschränk(t)en sich auf die kostengünstige Indexreplikation. Vergleicht man die Gesamt-Performance des SMI (inkl. Reinvestition der Dividenden) mit jener aller anderen Aktien (SPIExtra), welche insgesamt den Schweizer Aktienmarkt abbilden (SPI-Index), so zeigt sich ein düsteres Bild. Der aktuell gefeierte SMI-Index erreichte in den letzten 20 Jahren eine annualisierte Performance von 3.10% im Vergleich zu 8.3% für den SPI Extra. Eine erdrückende Differenz. 

Index
(immer inkl. Dividenden)
Preisänderung
in %
Gesamt-
Performance in %
Ertrag
p.a. in %
SMI: Swiss Market Index10.4682.553.05
SPI: Swiss Performance Index110.71110.713.79
SPIex: Swiss Perf. Index Extra394.60394.608.31
UBS 100 Index105.99105.993.68

 

Jubiläum 30 Jahre Swiss Market Index SMI

Restriktive Geldpolitik: Gegenwind für die Schwellenländer?

Zentralbankpolitik mit wenig Einfluss auf Schwellenländer

Die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan haben die Ausweitung der Geldmenge gestoppt. Daran besteht wenig Zweifel. Die zukünftige Straffung der Geldpolitik wird folgen. Das Tempo der Anpassungen ist aber ungewiss. Können die Märkte der Schwellenländer auch dann gedeihen, wenn sich die globalen monetären Bedingungen verschärften? Ist jetzt der richtige Moment, in die Schwellenmärkte zu investieren?

Es besteht kein Zweifel, dass die Zentralbanken nach 2008 in der Bekämpfung der Krise die kurzfristigen Zinsen aggressiv auf historische Tiefststände senkten. Weniger klar ist hingegen, welche Auswirkungen diese Massnahmen auf die globalen monetären Bedingungen hatte. Man könnte argumentieren, dass die geldpolitischen Bedingungen in der Phase nach der Finanzkrise restriktiver waren als vorher. Gemessen am globalen Geldmengenaggregat M3, wie es von der OECD erfasst wird, war das Geldmengenwachstum nach dem Ende der Krise von 2010 bis 2017 durchschnittlich 6.6% pro Jahr, verglichen mit einem annualisierten Wachstum von 12.5% zwischen 2000 und 2006.

Wo wurde all das Geld, welches nach der Finanzkrise von den Zentralbanken kreiert wurde investiert? So wichtig die Zentralbanken bei der Bestimmung der globalen monetären Rahmenbedingungen auch sein mögen, sie steuern nur „Reserve-Geld“. Es sind die Geschäftsbanken, welche die Kredite vergeben. Nach der Finanzkrise waren es die Geschäftsbanken, deren Kreditbücher massiv schrumpften. Zentralbanken haben nur die Lücke gefüllt, die von Geschäftsbanken geschaffen wurde. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich führt Statistiken zu den Auslandsforderungen (foreign claims) aller Geschäftsbanken (Quelle: BIS, Foreign claims - immediate counterparty basis -, by nationality of reporting bank).

Restriktive Geldpolitik: Gegenwind für die Schwellenländer?