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Zeit für einen Strategiewechsel in
Bond-Portfolios?

Fabian Blank

Fabian Blank, CFA, CESGA


Ökonomie Finanzmärkte Lesenswertes

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Die Welt der Staatsanleihen verändert sich und das nicht zum Besseren. Was lange Zeit als sicherer Hafen galt, wird zunehmend von wachsender Staatsverschuldung, geopolitischer Neuorientierung und abnehmender fiskalischer Disziplin geprägt. Für Investoren, die sich auf traditionelle Fixed-Income-Allokationen verlassen, verschlechtert sich das Risiko-Ertrags-Verhältnis deutlich.

Die Welt der Staatsanleihen verändert sich und das nicht zum Besseren. Was lange Zeit als sicherer Hafen galt, wird zunehmend von wachsender Staatsverschuldung, geopolitischer Neuorientierung und abnehmender fiskalischer Disziplin geprägt. Für Investoren, die sich auf traditionelle Fixed-Income-Allokationen verlassen, verschlechtert sich das Risiko-Ertrags-Verhältnis deutlich.

Unsere aktuelle Analyse zeigt: Regierungen befinden sich weltweit in einem Spannungsfeld zwischen notwendigen Zukunftsinvestitionen, sei es in Verteidigung, Infrastruktur oder Technologie mit gleichzeitig ausufernden Haushaltsdefiziten. Vor allem in den USA, aber zunehmend auch in Europa, steigen die Schuldenquoten strukturell an, ohne dass Konsolidierungsmassnahmen auch nur ansatzweise erkennbar wären. Der Begriff «risikolos» verliert bei Staatsanleihen immer stärker an Bedeutung.

Unser Blog «Globale Fiskalpolitik auf Abwegen – was bedeutet das für Bond-Portfolios?» liefert hierzu eine vertiefte Einordnung. Besonders deutlich zeigt sich: Während fiskalische Nachhaltigkeit in den Portfolios bislang eine Nebenrolle spielte, entwickelt sie sich heute zu einem zentralen Entscheidungsfaktor für Rendite, Risiko und strategische Positionierung.

Doch welche attraktiven Alternativen – insbesondere im Bereich qualitativ hochwertiger Unternehmensanleihen – gibt es eigentlich?

Warum hochwertige Unternehmensanleihen jetzt attraktiver sind

Parallel zum Verlust fiskalischer Glaubwürdigkeit von Staaten gewinnen Investment Grade-Unternehmensanleihen (d.h. Bonitätsnoten von AAA bis BBB-) an relativer Attraktivität. Sie bieten bei umsichtiger und professioneller Auswahl gleich mehrere Vorteile gegenüber Staatsanleihen:

1. Bessere Bonitäten

Viele grosse Unternehmen weisen heute stabilere Verschuldungskennzahlen auf als Staaten. Während etwa die USA eine Schuldenquote von über 120 % des BIP ausweisen, liegt die Nettoverschuldung von multinationalen Konzernen wie Apple, Microsoft oder Nestlé auf deutlich tieferen Niveaus. Diese Unternehmen verfügen darüber hinaus über solide Cashflows, hohe Margen und eine konservative Bilanzpolitik, was in diametralem Gegensatz zu den Budgetdefiziten der wichtigsten entwickelten Volkswirtschaften steht.

Die USA beispielsweise haben dieses Jahr ihr drittes und letztes AAA-Rating von Moody’s verloren [1]. Im Gegensatz dazu verfügen der Technologiekonzern Microsoft oder das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson weiterhin über die Top-Bonitätsnote.

In Europa gibt es ähnliche Beispiele. So wurde beispielsweise die langfristige Bonitätsnote Frankreichs letztes Jahr auf «AA-» herabgestuft. Dieses Jahr wurde bereits wieder eine negative Beurteilung in Aussicht gestellt, was eine weitere Herabstufung wahrscheinlich macht. Attraktive Unternehmensanleihen gibt es in Europa zur Genüge. Sowohl die Pharmahersteller Sanofi und Novo Nordisk als auch der Kosmetikkonzern L’Oréal überzeugen mit einem soliden AA-Rating. Auch hierzulande finden sich mit den «Grossen Drei» (Roche, Novartis und Nestlé) populäre Unternehmen mit einem Rating im AA-Bereich.

2. Höheres Renditepotenzial

Trotz besserer Bonität bieten Unternehmensanleihen oft höhere Renditen als vergleichbare Staatsanleihen. Der Grund liegt in einem Marktparadoxon: Investoren verlangen bei Unternehmen einen Risikoaufschlag – die sogenannte Kreditrisikoprämie (gemessen am option-adjusted Spread, OAS) – auch wenn die tatsächlichen Risiken bei vielen Emittenten geringer sind als bei hochverschuldeten Staaten.

Kommen wir auf die Beispiele zurück. Die Tabelle unten zeigt jeweils eine Anleihe mittlerer Laufzeit der jeweiligen Emittenten in Relation zu einer laufzeitenkongruenten Staatsanleihe. Damit wird die Kreditrisikoprämie sichtbar gemacht. Das erwähnte Paradoxon zeigt sich deutlich. Trotz besserer oder ähnlicher Bonitätsratings der Unternehmen weisen alle Papiere gegenüber der jeweiligen Staatsanleihe eine Kreditrisikoprämie auf. Solche Beispiele unterstreichen, dass Unternehmensrisiken häufig überschätzt, Staatsrisiken hingegen zunehmend unterschätzt werden. Diese Kreditrisikoprämien können als attraktive Risikopuffer für ertragsorientierte Anleiheninvestoren dienen.

3. Geringere Abhängigkeit von politischen und fiskalischen Zyklen

Staaten und deren Anleihen unterliegen politischen Zyklen, populistischen Agenden und geopolitischem Druck. Diese Zyklizität ist für Anleiheninvestoren, die langfristige und planbare Investitionen bevorzugen, negativ. Unternehmen erfüllen die gewünschten Anforderungen besser, da sie mehrheitlich objektiven, ökonomischen Faktoren wie betriebswirtschaftlicher Effizienz oder hoher Wettbewerbsfähigkeit folgen.

Im Jahr 2025 haben sich beispielsweise die Kreditrisikoprämien von Unternehmensanleihen im Euroraum trotz makroökonomischer sowie politischer Unsicherheiten weiter eingeengt, was auf das gestiegene Vertrauen der Investoren in die Bonität der Unternehmen hinweist [2]. Dies steht im Gegensatz zu Staatsanleihen, deren Kreditwürdigkeit durch fiskalische Belastungen sowie politische Instabilität beeinträchtigt ist.

4. Breitere Diversifikation und sektorale Streuung

Zuletzt bieten Unternehmensanleihen eine breitere Diversifikation als Staatsanleihen, mit Zugang zu einer Vielzahl von Sektoren und Regionen. Während Staatsanleihen primär geografisch diversifizieren, können Investoren mit Unternehmensanleihen gezielt in verschiedene Branchen wie Technologie, Gesundheit, Konsumgüter oder Energie investieren, was das Risiko-Rendite-Profil des Portfolios erheblich verbessert [3]. Ein weiterer Vorteil besteht in der Möglichkeit, gezielt in Unternehmen mit spezifischen Merkmalen zu investieren. Durch sorgfältige Auswahl können Investoren beispielsweise konjunkturunabhängigere Unternehmen selektieren oder Unternehmen identifizieren, die von globalen Trends wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder demografischem Wandel profitieren [4].

Fazit: Qualität schlägt Konvention

Die fiskalische Weltordnung ist im Umbruch und mit ihr etablierte Vorgehensweisen mit festverzinslichen Anlagen. Staatsanleihen bleiben zwar ein relevantes Element in der Portfolioarchitektur, doch ihr risikofreier Status verwässert sich schnell und deutlich. 

Anlagen in Investment Grade-Unternehmensanleihen haben überzeugende Vorteile: Bessere Bonitäten, höhere laufende Erträge, geringere politische Abhängigkeit und eine breitere Diversifikation. Bei Swiss Rock Asset Management setzen wir deshalb auf eine aktive, fundamental abgestützte Titelauswahl, die sich konsequent an Qualität, Liquidität und Nachhaltigkeit orientiert, im besten Interesse für unsere Anlegerinnen und Anleger.

[1] Moody’s Corporation, The US Sovereign Rating Action, 2025.

[2] European Central Bank, Financial Stability Review May 2025, 2025.

[3] Fisch Asset Management, Global corporate bonds: Effective diversification across regions and ratings, 2023.

[4] Sämtliche Marktdaten sowie ökonomische Datenpunkte stammen aus Bloomberg.

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