Direkt zum Inhalt

Multifaktorielle Aktienprognose: Update

 Dr. Ivan Petzev

Dr. Ivan Petzev


Finanzmärkte

Zurück zur Übersicht
Nächster Beitrag

Vor gut vier Monaten haben wir über unser Länder/Regionen Aktien Mehrfaktoren-Modell und dessen Aktienmarktprognosen berichtet. Zur Erinnerung: Basierend auf einer faktorbasierten Methode bringt das Modell Länder bzw. Regionen in eine Rangreihenfolge.

Vor gut vier Monaten haben wir über unser Länder/Regionen Aktien Mehrfaktoren-Modell und dessen Aktienmarktprognosen berichtet. Zur Erinnerung: Basierend auf einer faktorbasierten Methode bringt das Modell Länder bzw. Regionen in eine Rangreihenfolge.

Dabei werden die Märkte anhand der Kriterien Preis-Momentum, Bewertung, Gewinn-Wachstum und Qualität bewertet. Die Summe dieser Bewertungen bestimmt die Rangreihenfolge. Das Modell erlaubt damit eine Prognose über die erwartete relative Performance der Märkte in den nächsten 12 Monaten.

Seit Anfang des Jahres ist einiges auf den Finanzmärkten passiert. Die Coronavirus-Krise hat die Märkte durchgeschüttelt. Natürlich kann ein faktorbasiertes Modell ein solches Ereignis nicht vorhersagen. Nichtsdestotrotz bedarf die neue Situation eine Neubetrachtung der Modellvorhersagen mit aktuelleren Daten. Dabei lohnt sich der Vergleich der aktuellen Prognose mit den Ergebnissen vor dem Ausbruch der Corona Pandemie.

Die folgende Tabelle zeigt unsere Modellergebnisse per Ende Dezember 2019 auf:

Multifaktorielle Aktienprognose Dezember 2019

Aktienprognose 2020

Die neuen Modellergebnisse sind wie folgt:

Multifaktorielle Aktienprognose per Ende April 2020

Aktienprognose per Ende April 2020

Vier Monate nach unserer ersten Modellprognose zeigt sich bezüglich Marktattraktivität ein qualitativ ähnliches Bild. Die Schweiz und die Schwellenländer haben die Nase vorne. Die Schweiz schneidet bei allen Faktoren ausser bei dem Faktor Bewertung sehr gut ab. Weiter scheinen Schwellenländer aufgrund zwei Aspekten interessant. Zum einen sind Analysten der Meinung, dass Unternehmen aus den Schwellenländern mit relativ niedrigen Gewinneinbussen aus der aktuellen Krise herauskommen werden (Gewinn Wachstum Rang = 1).  Zum anderen sind Schwellenländer im Moment sehr attraktiv bewertet (Bewertung Rang = 2). Dies erklärt, weshalb diese gemäss Modell weiterhin attraktiv bleiben. Hingegen erscheint Europa weiterhin unattraktiv. Mit niedrigem Preis- und Gewinn Momentum und relativ schlechter Gewinnqualität landet Kontinentaleuropa neu auf den letzten Rang.

Unser Bewertungsmodell führt auch nach der Korrektur zu qualitativ ähnlichen Vorhersagen. Neben der Schweiz sind Schwellenländer im Vergleich zu anderen Märkten interessante Anlageopportunitäten.

An diese Stelle gehört auch der obligatorische Finanzverpackungshinweis "All models are wrong; but some models are useful" des Statistikers George Box. Wie alle - die Komplexität der Welt vereinfachenden - Modelle, hat auch unser Faktormodell einen signifikanten Schätzfehler. Eine allfällige Modellperformance wird nur in der langen Frist erzielt.

Erst die Zukunft wird also zeigen, welche Märkte zu den Gewinnern und welche Märkte zu den Verlierern gehören werden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Neuer Kommentar

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Lösen Sie bitte diese einfache Rechnung und geben Sie das Resultat ein. Z.B. für 1+3, 4 eingeben.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.

Lesen Sie unsere Datenschutzerklärung

Nächster Blogbeitrag

Dr. Martin Schlatter

Unsere bevorzugte Vorgehensweise in der Vermögensverwaltung besteht in der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir versuchen, so objektiv und Fakten basiert wie möglich, die Erfolgswahrscheinlichkeit unserer Anlagetätigkeit für die Kunden zu optimieren.

Zum Beitrag