Direkt zum Inhalt

Obligationen sind so attraktiv wie schon lange nicht mehr

Lukas Haas

Lukas Haas, CESGA


Finanzmärkte

Zurück zur Übersicht
Nächster Beitrag

Anleihen sind so attraktiv wie schon lange nicht mehr. Sie können ihre traditionelle Funktion in einkommensorientierten Strategien wieder besser erfüllen.

Anleihen sind so attraktiv wie schon lange nicht mehr. Sie können ihre traditionelle Funktion in einkommensorientierten Strategien wieder besser erfüllen.

Obligationen sind so attraktiv wie schon lange nicht mehr

Die Renditedifferenz zwischen USD-Unternehmensanleihen mit BBB-Rating und der Gewinnrendite des S&P 500 (Gewinn pro Aktie geteilt durch den Aktienkurs) befindet sich zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise 2008 im positiven Bereich. Die durchschnittliche Rendite von BBB-Unternehmensanleihen liegt derzeit bei 5,5%, im Vergleich zu einer Gewinnrendite von 5,1% beim S&P 500. Dies entspricht +0,4% oder +40 Basispunkten (bps); ein Basispunkt ist 1% von 1%, also 1/10'000.

Attraktive Obligationen

Gewinn-/Bondrenditenverhältnis

Attraktive Obligationen

Quellen: Swiss Rock, Bloomberg

Diese Renditedifferenz - manchmal auch als Aktien-/Anleihen-Spread bezeichnet - ist typischerweise negativ, weil das Risiko von Aktienanlagen im Vergleich zu Anleihen höher ist. Der Spread verschiebt sich in den positiven Bereich, wenn viel "spekulatives" Geld in die Aktienmärkte fließt: Die Kurse steigen, was mit höheren Bewertungen verbunden ist, wie bspw. einem Anstieg des Kurs-Gewinn-Verhältnisses ("KGV"; englisch "P/E"). So war der Spread während des "Dotcom-Booms" Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre deutlich positiv. Auch kurz vor der globalen Finanzkrise 2008 war der Spread positiv.

Die Gewinnrendite von Aktien am Beispiel des S&P 500 ist derzeit niedriger als die Rendite von Anleihen mit vergleichbarer Bonität (USD, BBB-Rating). Für uns ist es nicht plausibel, dass der Markt derzeit keine Risikoprämie für Aktien im Vergleich zu Anleihen verlangt. Mit anderen Worten: Eine - breit gestreute - Anlage in Unternehmens-Anleihen ist so attraktiv wie schon lange nicht mehr, und zwar aus drei Gründen:

  1. Deutlich höhere Zinssätze bzw. ein deutlich höheres absolutes Zinsniveau
  2. Ebenso deutlich höhere Risikoprämien für nichtstaatliche Anleihen
  3. Auch die Bewertung von Obligationen im Vergleich zu Aktien ist attraktiv

Obligationen mit Air-Bag

Die Renditen von Anleihen hängen von den Bewegungen der Zins- und Kreditkurve ab. Der deutliche Anstieg der Renditen seit etwas mehr als einem Jahr hat einen Risikopuffer geschaffen, der vor weiteren Zinserhöhungen und steigenden Kreditprämien schützen kann. Ein solcher "Puffer" war in den letzten Jahren aufgrund einer hemmungslos expansiven Geld- und Fiskalpolitik mit absurd niedrigen oder sogar negativen Zinsen nicht mehr vorhanden. Anleihen können ihre Funktion in einkommensorientierten Anlagestrategien wieder deutlich besser erfüllen. Das ist eine gute Sache.

Neuer Kommentar

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
2 + 6 =
Lösen Sie bitte diese einfache Rechnung und geben Sie das Resultat ein. Z.B. für 1+3, 4 eingeben.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.

Lesen Sie unsere Datenschutzerklärung

Nächster Blogbeitrag

Dr. Roman von Ah

Gerade in der aktuell für Finanzmärkte hektischen Zeit lohnt es sich über den Tellerrand hinauszuschauen: 

Leben wir auf längere Zeit in einem inflationären Umfeld mit steigenden Zinsen?

Grundlegende ökonomische Faktoren sprechen für ein Sinken der Zinsen, wenn die Zentralbanken den Kampf gegen die Inflation gewonnen haben.

Zum Beitrag